Das Projekt “360° Europa” bringt Bürger*innen zu einem Dialog über Europa zusammen und gibt ihnen die Chance sich mit unterschiedlichen Sichtweisen bezüglich der EU auseinanderzusetzen. Insgesamt sind 360 Teilnehmende aus Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien und Ungarn an diesem Projekt beteiligt.

Die EU – (k)eine runde Sache?
Für die Einen befriedender Kompromiss, für die Anderen kollektiver Höllenritt. Die EU beeinflusst und prägt und alle – umgekehrt fühlt sich das leider oft nicht so an. Wir finden: die EU sollte hören, was Europäer*innen denken. Und genau da setzt 360° Europa an: Wir wollen alle Stimmen hören!

In einem neuen Gesprächsformat finden Europäer*innen Gehör
Das Projekt “360° Europa” beruht auf der Methode des “Restorative Circle”. Diese Methode stellt einen Gemeinschaftsprozess dar, der Menschen unterstützt, die sich in einem Konflikt befinden. Es bringt drei beteiligte Parteien zu einem gleichberechtigten Austausch zusammen – die Aktiven, die Betroffenen und weitere Mitglieder der Gemeinschaft.

Die “Restorative Circles” haben ihren Ursprung in der indigenen Bevölkerung Nordamerikas. Es ist eine traditionelle Methode, um Konflikte in Gemeinschaften zu lösen. Die Dialogkreise werden im Justizwesen der USA, Kanadas und Südafrikas seit Jahrzehnten mit Erfolg angewendet.

Teilnehmende für Dialogkreise in Berlin und Trebnitz gesucht
Für oder gegen die EU – Wir wollen dich hören! An drei Wochenenden zwischen Januar und Juni 2017 in Berlin oder Trebnitz kannst du deiner Stimme Gehör verschaffen. Übergreifend sprechen wir über die EU, die konkreten Themen der Dialogkreise bestimmen die Teilnehmenden selbst.

Lange Rede, kurzer Sinn – Europa, wo geht’s jetzt hin? Deine Meinung ist gefragt!

Mehr Informationen zur Methode

Teilnahmebedingungen
Bewerber*innen müssen zum Zeitpunkt der Anmeldung mindestens 18 Jahre alt sein. Darüber hinaus werden gute Kenntnisse der deutschen Sprache vorausgesetzt. Die Teilnahme an den Dialogkreisen ist kostenlos. Verpflegungs- und evtl. Übernachtungskosten (in Trebnitz) werden von den Organisator*innen getragen. Für Reisekosten müssen die Teilnehmenden selbst aufkommen.

Termine

Berlin

Entweder 21./22.1.2017 oder 18./19.2.2017
Sowie 1./2.4. und 17./18.6.2017

Trebnitz

Entweder 21./22.1.2017 oder 18./19.2.2017
Schiene 1: 4./5.3. und 6./7.5.2017
Schiene 2: 1./2.4. und 17./18.6.2017
Anmeldungen sind nicht mehr möglich

germany1“Dialogic, calm, relieving, pleasant, rhythmic, decelerated, challenging, calming, beneficent.“ Terms from our final round, to the question of how the method of the dialogue circles was perceived. First impressions here … 🙂 And sincere thanks to all who have participated!“

“Dialogisch. Ruhig. Entlastend. Angenehm. Rhythmisch. Entschleunigt. Herausfordernd. Beruhigend. Wohltuend.”
Begriffe aus unserer Abschlussrunde, auf die Frage, wie die Methode der Dialogkreise empfunden wurde. Erste Eindrücke hier … 🙂 Und herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben!

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In Berlin the circle’s debate was so vital – and at the same time constructive – that the lunch break was repeatedly postponed … Yet there still was time for a podcast production. — In rural Trebnitz one could hear lots of laughter in and in between thoughtful rounds while the differences of the positions like pro -/ contra-EU-I-don’t-know-or-something-in-between were exchanged. Discussions did not even stop during the breaks and later in the local pub.
Final feedback: “Slowing down pleasantly. Intense, deep exchange. Unfiltered statements, even ‘not politically correct‘ ones. You should sign a patent.“ Nice idea, but fortunately circles are free for everybody!

In Berlin wurde so engagiert – und gleichzeitig konstruktiv – diskutiert, dass die Mittagspause sich immer weiter verschob … Dennoch blieb noch Zeit für eine Podcast-Produktion. – Im ländlichen Trebnitz wurde zwischen nachdenklichen Runden viel gelacht, während die Unterschiede in den Positionen pro-/contra-/ich-weiß-nicht-oder-was-dazwischen-EU deutlich wurden. Und auch in den Pausen bzw. später in Trebnitz’ uriger Gaststätte wurde beherzt weiter diskutiert.
Abschließendes Feedback: „Entschleunigend. Intensiver, tiefer Austausch. Ungefilterte Aussagen, auch ‚nicht politisch korrekte‘. Ihr solltet ein Patent anmelden.“ Wir denken mal drüber nach. Schöne Idee, aber noch schöner ist, dass Dialogkreise für alle offen und frei zugänglich sind.

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Unerwarteter Besuch bei unserem Dialogkreis in Trebnitz: Eine Katze! Denn dank des frühlingshaften Wetters konnte man sogar schon die Terrassentür öffnen.

Methodisch verliefen die Kreise dieses Mal etwas anders. Bisher hatten die Moderator*innen für Berlin und Trebnitz Fragen vorbereitet wie z.B. „Was würdet ihr gern an der EU verändern?“. Diese wurden dann gemäß der Methode im Kreis, mit ausreichend Zeit für Aussage und Zuhören für jede/n Einzelne/n sowie der Möglichkeit, anschließende Fragen einzubauen, besprochen.

An diesen Prinzipien hielten wir fest, dieses Mal bestimmten die Teilnehmenden aber die Themen. Bis zu dem Punkt kamen wir mit der Katze trotz ihres ausgeprägten Interesses jedoch nicht … 😉 Statt dessen zeigte sich, dass die Kommunikation der EU mit ihren Bürger*innen sich immer wieder durch alle Themen durchzog.

Unexpected visit to our dialogue in Trebnitz: A cat, since because of the beautiful spring weather one could already open the terrace door. Methodically, the circles were different this time. Up till now, the moderators had prepared questions for Berlin and Trebnitz, such as “What would you like to change in the EU?”, Those were then discussed according to the method in the circle, with sufficient time for each statement and active listening for each individual, as well as the possibility of subsequent questions. We held fast to these principles; this time, however, the participants determined the topics. We did not get to that point, though, with the cat in spite of its pronounced interest … 😉 Instead, it became clear that the EU’s communication with its citizens was an obvious issue through all the topics we discussed.

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Den Einstieg in unseren vierten Dialogkreis zur EU markierten Worte wie „Hoffungsträgerin“, „Gurke“, „Lobbies“ und „Bewährungsproben“. Intensiver diskutiert wurden dann vor allem die Begriffe „Migration“ und „Frieden“. Und das trotz teils überraschend unterschiedlicher Meinungen in wieder sehr konstruktiver Weise.

Aus Sicht der Organisation können wir sagen: Jeder unserer Kreise bisher war anders und spannend. Herzlichen Dank an alle an dieser Stelle, die dauerhaft am Ball bleiben 🙂 Alle Spontan-Entschlossenen sind ganz genauso willkommen – man kann bei den beiden letzten Terminen im Mai und Juni auch noch einsteigen: Infos zu Terminen, Orten und was-bisher-geschah, auf dieser Seite unter „Description“. Auf bald!

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The entry into our fourth restorative circle on the EU marked words such as “hopefulness”, “cucumber”, “lobbies” and “probation tests”. The terms “migration” and “peace” were discussed more intensively during the circles. And – again – despite the wide span of different opinions in a very constructive way.

From the organization’s point of view of we may say: Each of our circles so far was different and exciting. We would like to thank all those who came back and continue to contribute 🙂 All spontaneous guests are just as welcome – you can also enter the last two dates in May and June: Information about dates, places and what-happened-so-far on this page under „description“. See you soon!

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Hoch her ging es bei unserem fünften und vorletzten Dialogkreis gleich zu Beginn bei der Diskussion der Werte: Wie weit reicht persönliche Freiheit? Wieviel Homogenität bzw. Pluralismus tun einer Gesellschaft gut?
Dass Menschen mit unterschiedlicher Meinung dennoch gut miteinander auskommen können, zeigt unser Bildausschnitt. Und wir sind überzeugt: Das hat extrem viel mit der Methode der Dialogkreise, den Restorative Circles, zu tun.
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Our fifth and second-to-last circle, the discussion started with an energetic discussion on values: How far does personal freedom go? How much homogeneity or pluralism do societies need?
The fact that people with differing opinions still can have fun with each other, is shown by our image section. We are convinced that this is very much related to our method, the Restorative Circles.

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A clear vote: The participants of our last circle want that 360° Europe continues its work. Like the previous group that met for the last time, they found that more people should get to know the method. Quite some ideas came up and will now be discussed with the other European circle teams. Stay tuned for updates 🙂 

Klares Votum: Die Teilnehmenden unseres letzten Dialogkreises wollen, dass es weitergeht mit 360° Europa. Wie auch die vorherige Gruppe, die zum letzten Mal zusammenkam fanden sie, dass mehr Menschen die Methode kennenlernen sollten. Einige Ideen wurden diskutiert und werden nun mit den anderen europäischen Circle-Teams besprochen. Alles Neue dazu auf diesem Kanal